Wanderfahrt auf dem Finow- und Oder-Havel-Kanal

Wanderfahrt auf dem Finow- und Oder-Havel-Kanal mit dem Schiffshebewerk in Niederfinow vom 8. bis 19. Juli 2018

Tagebuch von Hannelore Anselm

Volker und ich mögen die Gewässer im östlichen Teil Deutschlands. Deshalb entschlossen wir uns im Sommer 2018, hier eine Wanderfahrt mit Booten, Zelt und dem ganzen „Hausstand“ zu machen. Es sollte eine Rundtour werden, so brauchten wir weder die Bahn zu benutzen noch unser Auto zu versetzen. 

Sonntag, 8. Juli

Vormittags starteten wir mit Auto und den Kajaks obendrauf Richtung Osten. Unser Ziel war der Wassersportclub „Möwe“ in Oranienburg. Hier hatten wir schon mehrmals, während früherer Paddeltouren, sehr freundliche Aufnahme gefunden. Jetzt bauten wir auf  der großen Rasenfläche für eine Nacht unser Zelt auf. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, das Auto für die Dauer der Tour auf diesem abgeschlossenen Vereinsgelände sicher abzustellen. Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind ganz in der Nähe. Der Bahnhof ist nicht weit entfernt, man ist mit  der S-Bahn  schnell in Berlin. (Dauert etwa so lange, wie von Buxtehude zum Hamburger Hauptbahnhof.)

Montag, 9. Juli

Wir sind ein eingespieltes Team, und so ging es morgens mit Zeltabbau und Verstauen des Gepäcks in den Booten flott voran. Um 9:50 paddelten wir los. Es war sehr warm, mal Sonne, mal Wolken. Nach 2 km auf der Havel erreichten wir bei km 25 den Oder-Havel-Kanal (OHK). Es ging scharf nach links, unter der S-Bahn-Brücke hindurch, dann über den langgestreckten Lehnitzsee zur Schleuse gleichen Namens.

Bei diesen großen Schleusen kann es oft recht lange dauern, bis man als kleiner Kajakfahrer mit dran kommt. Die Berufsschifffahrt hat natürlich Vorrang, und es braucht seine Zeit, bis ein langer Schubverband aus der Schleuse heraus und der in der anderen (unserer) Richtung fahrende ganz hinein gefahren ist. Danach kommen die motorisierten Sportboote, und erst dann die Kajaks als „Lückenfüller“. 

Aber diesmal hatten wir Glück. Ein großes Passagierschiff war schon in der Schleuse, und dazu viele Motorboote, die uns alle überholt hatten. Man wartete auf uns! So konnten wir nach kurzer Zeit unsere Tour auf dem OHK fortsetzen. Alle Motorboote überholten uns, danach kehrte auf dem Wasser Ruhe ein. Unser Mittagspicknick mit belegten Broten und Joghurt machten wir treibend im Boot.

Bei km 40,5 kam die Abzweigung in den Vosskanal, der uns nach Liebenwalde bringen sollte. Vorher mußten wir noch die SB-Schleuse Liebenwalde bewältigen. Dort dauerte es, wie in allen SB-Schleusen, sehr lange. Aus Sicherheitsgründen sind lange Intervalle zwischen den einzelnen Schleusungs-Funktionen eingebaut.

Nach weiteren 2 Kilometern kamen wir bei der alten Marina Liebenwalde an. Seit 2016 gibt es am Beginn des Langen Trödels die neue Marina. Sehr viele Liegeplätze für Motorboote, auch Stege für Paddler. Aber die Zeltmöglichkeit ist viel zu weit entfernt, ungepflegt und uneben. Dabei liegen die schönsten Rasenflächen um das Hafenbecken herum, aber hier darf nicht gezeltet werden.

Von früheren Touren kannten wir schon die von Herrn Helbig geführte alte Marina. Er macht keine Reklame fürs Zelten. Aber wenn man als Paddler (oder als Radfahrer) hier ankommt, hat man die Möglichkeit, auf einem länglichen, etwas unebenen grasbewachsenen Stück zu zelten. Nach der Anmeldung bei Herrn Helbig gibt es für das sehr gepflegte Sanitärgebäude einen Zahlencode. Und jeden Nachmittag öffnet der  Imbißwagen, er hat alles, um Hunger und Durst zu stillen.

Wir waren hier heute die ersten und bauten auf der  einzigen ebenen Fläche, ganz am Ende des schmalen Geländes, unser Zelt auf. Abends gab es die mitgebrachten Antipasti, dazu Brötchen. Bevor wir gegen 22:30 in die Schlafsäcke krochen, hatten wir noch ein nettes Gespräch mit einem Radfahrer-Paar, das hier ebenfalls die Nacht im Zelt verbringen wollte. 

Von Oranienburg bis Liebenwalde = 20,5 km

Schleuse Lehnitz

SB-Schleuse Liebenwalde

Dienstag, 10. Juli

Nach einer sehr ruhigen Nacht gab es am Morgen lautes Vogelgezwitscher. Sehr schön! Ein gemütliches Frühstück, das übliche Packen, um 9:00 waren wir in den Booten. Jetzt ging es nach links in den Langen Trödel hinein. Dieses Gewässer ist erst seit 2016 wieder durchgehend bis zur Kreuzung OHK/Finowkanal befahrbar. Vor 2016  mußte an zwei Stellen umgetragen werden, hier war der Fluß wegen darüber führender Straßen zugeschüttet worden. Damals also absolut kein Gewässer für Motorboote.

Inzwischen gibt es Hubbrücken. Die erste kommt noch vor der neuen Marina, die anderen beiden vor km 8 und nach km 9. Für uns Kajakfahrer stellen die Hubbrücken kein Problem dar, wir fahren darunter hindurch. Aber Motorboote haben nur zu bestimmten Zeiten die Möglichkeit, bei den dann gehobenen Brücken zu passieren. Außerdem kommt bei km 10 noch eine (auch neu gebaute) Schleuse. Das alles ist wohl der Grund, daß bei der neuen Marina und auf dem  ganzen Langen Trödel  so gut wie kein Betrieb ist. Die Motorboote bleiben einfach weiter auf dem OHK, das ist für sie viel bequemer. 

So waren wir die einzigen Wasserfahrzeuge auf dem Langen Trödel. Wir genossen diese Fahrt, die Ufer sind  grün,  mit vielen großen Bäumen. Später kamen wir durch den Ort Zerpenschleuse. Am Ufer führt eine Straße entlang, an der sich Haus an Haus reiht. Schön anzusehen!

Gegen 11:00 erreichten wir die Bedien-Schleuse Zerpen. Hier fand gerade ein Lehrgang für Schleusenwärter statt. Ich hatte den Eindruck, die Lernenden freuten  sich, endlich mal die Schleuse bedienen zu dürfen. So kamen wir ohne Wartezeit auf die Wasserstraßenkreuzung und  paddelten gegenüber in den Finowkanal.

Wir haben den Finowkanal schon einmal befahren, aber in entgegen gesetzter Richtung, also aufwärts. Dabei erlebten wir die alten Schleusen sehr intensiv.  Damals fuhren wir ins Unterwasser ein. Das Wasser toste dann von oben in die Schleusen, um sie zu füllen. Man bekam immer ein dickes Tau vom Schleusenwärter, um sich daran festzuhalten.

Diesmal fuhren wir abwärts, das war nicht ganz so spannend. Aber schön ist der alte Finowkanal allemal. Auf 32 Kilometern gibt es 12 Schleusen mit jeweils drei Metern Tidenhub. Die Schleusen wurden nach englischen Vorbildern um 1870/1880 gebaut bzw. restauriert.  Jede Schleuse wird von einem Wärter betreut.  Meistens fragte man uns, wie weit wir noch paddeln wollten. Bei den nächsten Schleusen waren wir dann schon avisiert und konnten oft gleich einfahren.

Zwischen der 2. und 3. Schleuse wurden wir sogar von einem Motorboot gezogen, das machte Spaß!

Es folgten zwei weitere Schleusen (Grafenbrück und Schöpfurt). Danach erreichten wir den Messinghafen bei Finowfurt. Unter einer ehemaligen Fußgängerbrücke aus Stahl im schönsten Jugendstil paddelten wir zum Gelände des Vereins Stahl Finow, der hier seinen Kanustützpunkt hat.  Ich telefonierte mit jemandem vom Verein, bekam das Okay für den Zeltaufbau und später den Schlüssel für das Bootshaus mit den sanitären Anlagen.

Es fing an zu nieseln. Unter einem Vordach, im Trocknen,  kochte Volker uns ein warmes Essen.  Im Laufe des Abends regnete es immer kräftiger. Mein Gedanke war, hoffentlich kann der ausgedörrte Boden das Wasser aufnehmen!

Von Liebenwalde bis SV Stahl Finow = 23,5 km

Schleuse Zerpen am Langen Trödel

Schleuse Ruhlsdorf           )

Schleuse Leesenbrück       ) Finowkanal

Schleuse Grafenbrück       )

Schleuse Schöpfurt           )

Mittwoch, 11. Juli

Das war eine Nacht! Stundenlang trommelte der Regen aufs Zelt und der Donner grollte. Morgens war es aber  trocken und es hatte auch keine Überschwemmung gegeben! Um 10:00 paddelten wir los. Es wurde ein warmer Tag mit schönem Wetter, viel Sonne, aber auch Wolken. 

Heute hatten wir 6 Schleusen zu durchfahren. Das klappte nur deshalb so gut, weil die freundlichen Schleusenwärter uns schon immer bei der nächsten Schleuse ankündigten.

Hier auf dem Finowkanal zu paddeln war wieder eine Freude. Die Ufer sind so dicht bewachsen. Von den am Kanal liegenden Ortschaften sah man kaum etwas und (leider) auch nicht von den Resten der  historischen Industriegebäude. Alles verschwand hinter der grünen Wand aus Bäumen und Büschen. 

In Eberswalde stieg Volker wegen eines Aldi-Marktes am schrägen steinigen Ufer aus. War etwas heikel, aber er schaffte Aus- und Wiedereinstieg ohne abzurutschen. Und er fand alles, was auf dem  Einkaufszettel stand.

Gegen 15:30 erreichten wir den Campingplatz Triangel Tour in Niederfinow. Er war gut besucht, man merkte, daß in Brandenburg Sommerferien waren. Es ist ein sehr gemütlich angelegter Platz, unterteilt durch  Hecken, Büsche, Bäume. Sehr kinderfreundlich, alles etwas urig und alternativ.

Für unser feuchtes Zelt fanden wir einen Platz in der Sonne. Im Nu war alles  getrocknet. Heute  Abend kochte Volker mal nicht. Wir ließen uns Kartoffelsalat und Würstchen bei der Rezeption schmecken. Bei Rotwein im Vorzelt klang dieser schöne Tag aus.

Vom SV Stahl Finow bis Campingplatz Triangel Tour Niederfinow = 14,5 km

Schleuse Heegermühle

Schleuse Wolfswinkel

Schleuse Drahthammer

Schleuse Kupferhammer

Schleuse Eberswalde

Schleuse Ragöse

Donnerstag, 12. Juli

In der Nacht fing es an zu regnen, und so ging es über Stunden weiter bis zum Morgen. Ich dachte, das Vorzelt und die Rasenflächen würden unter Wasser stehen. Aber nein, der Boden hatte den Regen gut aufgenommen. Wir frühstückten wie immer und wollten danach packen. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Jetzt gab es auch Starkregenfälle, an Zelt abbauen und einpacken war nicht zu denken. Also mußten wir noch den Tag und die nächste Nacht hier  verbringen. Das gestaltete sich dann aber ganz positiv. Auf dem Campingplatz gab es ein großes  Holzhaus, für alle Gäste zu benutzen. Die eine Hälfte des Hauses war der Küchenbereich mit vielen Kochplatten, mehreren Edelstahlspülen. Es gab Töpfe, Pfannen, Geschirr, Gläser Bestecke, Spülmittel, Geschirrtücher, einfach alles, was zu einer Küche gehört. Die andere Hälfte war der Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken. In Schränken lagen Bücher und Spiele. An einer Leiste mit zehn Steckdosen und Kabeln konnten Smartphones und Tablets aufgeladen werden. W-Lan gab es kostenfrei.

Hier kochten wir unser Mittagessen und verbrachten auch  den Nachmittag. Wir lasen, schrieben Nachrichten und unterhielten uns mit anderen Campern. So war das schlechte Wetter ganz gut auszuhalten.

Der späte Nachmittag und der Abend waren endlich ohne Regen, und so hofften wir das Beste für morgen!

Freitag, 13. Juli

Der Morgen zeigte sich freundlich mit Sonne und Wolken. Gegen 10:00 waren wir in den Booten und weiter ging’s auf dem Finowkanal. Bis zur Einmündung in den Oder-Havel-Kanal folgten noch zwei Schleusen, die aber diesmal viel Zeit kosteten. Kurz nach der 2. Schleuse (Liepe) bogen wir ganz scharf nach links ab in den OHK. Sehr bald hatten wir freien Blick bis zum Schiffshebewerk Niederfinow. Es ist das zweitgrößte in Deutschland. Das nur wenig größere Werk steht in Scharnebeck bei Lüneburg in Niedersachsen. In Niederfinow  werden die Schiffe 36 Meter hoch gehoben, bevor sie auf dem OHK weiter gen Berlin fahren, hier wollten wir uns auch heben lassen.

Vor einiger Zeit hatten wir uns erkundigt, ob auch Kajaks  dabei sein können. Ja, das geht, aber es könnte sein, daß wir einige Stunden warten müßten. Weil wir eigentlich nur mit der Berufsschifffahrt zusammen gehoben werden. Wenn aber wirklich kein Schiff kommen sollte, werden die Paddler nach 4 Stunden Wartezeit auch allein im Trog gehoben.

Deshalb war ich etwas aufgeregt. Was erwartet uns hier, wann kommen wir dran? Aber dann ging alles viel schneller, als wir je angenommen hatten. Das Tor zum riesigen Trog stand  offen, wir konnten auf die Entfernung zwei bereits eingefahrene Motorboote erkennen. Ich denke, wir wurden schon vom Schleusenpersonal gesichtet. Denn das Tor blieben offen, bis auch wir eingefahren waren. Der Rest war ganz unspektakulär. Wir merkten kaum, daß es nach oben ging. Dann öffnete sich das Tor auf der anderen Seite, und wir waren auf dem hier 36 Meter höher gelegenen Oder-Havel-Kanal. Kräftiger Wind kam uns entgegen. Um  15:30 erreichten wir den Kanuverein Eberswalder SV Empor, der vor allem Rennsport betreibt. Deshalb gab es hier einen richtig niedrigen Steg, sehr angenehm für uns Paddler.

Trotz des Windes war es bei der heutigen Etappe sehr heiß.   An einigen Stellen wurde im Kanal gebadet. Er hat so klares, grün schimmerndes Wasser, schön anzusehen. Aber beim Verein durfte  leider nicht vom Steg aus gebadet werden.

Wir fanden freundliche Aufnahme, waren auch die einzigen, die hier zelteten.

Der nördliche Stadtrand von Eberswalde mit diversen Geschäften war nicht weit entfernt. Man beschrieb Volker den Weg zu einem  Netto-Markt. Dort deckte er sich mit den Lebensmitteln ein, die uns inzwischen fehlten. 

Wir genossen den Abend in dieser ruhigen Gegend und lagen um 22:00 im Schlafsack.

Vom Camp Triangel Tour Niederfinow bis OHK Eberswalder SV Empor = 14 km

Schleuse Stecher   )

Schleuse Liepe       )  Finowkanal

Schiffshebewerk Niederfinow am OHK

Sonnabend, 14. Juli

Wie immer nahmen wir uns Zeit für das Frühstück. Danach ging  alles andere schnell von der Hand, besonders an diesem schönen Morgen. 

Die Wasserstraße ist zwar breit und auch recht gerade, aber an beiden Seiten so dicht bewachsen. Es gibt  große Laubbäume, in deren Schatten wir oft paddelten, um der Sonne aus dem Weg zu gehen. Kiefern, Erlen  und niedrige Büsche wechselten sich ab.  Nur die Steinschüttung am Ufer erinnerte uns daran, daß wir uns auf einem Kanal befanden.

Bei der heutigen Tour hatten wir manchmal kräftigen Wind von vorn, aber auch windstillere Strecken. Wir kamen schneller voran als gedacht. 

Bei km 55 verließen wir den Oder-Havel-Kanal und bogen nach rechts in den Werbellinkanal ein. Er mündet nach 7,5 Kilometern in den Werbellinsee.

Dieser schmale Kanal schlängelte sich durch eine urwaldähnliche Vegetation, an zwei Stellen erweiterte er sich zu seenartigen Ausbuchtungen. Zwei Schleusen unterbrachen die Fahrt bis zum Werbellinsee.  Es ist  eine dünn besiedelte Landschaft und deshalb eigentlich eine total stille Gegend. Aber nicht an diesem Samstag-Nachmittag mit herrlichstem Sommer-Sonnen-Wetter! Ganz Brandenburg (so kam es uns vor) war mit Motorbooten unterwegs und strebte zum Werbellinsee. Dementsprechend voll war es an den Schleusen. Wir waren zwar als „Lückenfüller“ immer bei der ersten Schleusung mit dabei, aber der Schleusenvorgang dauerte hier extrem lange. Und es brauchte auch seine Zeit, bis sich die Motorboote in der Schleuse richtig und platzsparend positioniert hatten.

Erst gegen 17:30 kamen wir beim SV Stahl Finow an. Der Verein aus Finow liegt gleich links der Einmündung des Kanals in den See im Ortsteil Wildau und hat hier ein weitläufiges Freizeitgelände. Es gibt eine große Rasenfläche, an deren Rand aneinandergereiht kleine feste Unterkünfte stehen. Hier wohnten noch bis heute morgen Kinder und Jugendliche, die an der vom Verein veranstalteten „Erlebniswoche Kanu“ teilgenommen hatten und die heute zu Ende gegangen war. Auch Beachvolleyball-Felder, Badestelle, Feuerstelle,  Stege, einen Turm zur Beobachtung bei Kanurennen gab es hier. Plumsklos aus DDR-Zeiten waren auch  noch vorhanden, aber ebenso ein modernes Sanitärgebäude. 

Auf der Rückseite der festen Unterkünfte war Platz für einige Zelte. Hier bauten wir auf, ein weiteres kleines Zelt stand etwas entfernt.

Weil es schon ziemlich spät war, hatte Volker zum Kochen keine  Lust mehr. Wir suchten in der Nähe ein Lokal oder einen Imbiß, aber leider Fehlanzeige. So gab’s dann Brötchen aus unserem Vorrat, dazu ein Stück Wurst und Käse und ein Glas Rotwein. War ganz okay!

Vom OHK SV Empor bis SV Stahl Finow am Werbellinsee = 24 km

2 Schleusen im Werbellinkanal

Sonntag, 15. Juli

Das war ein wunderbarer Morgen, die Sonne schien auf unser Zelt. Das Frühstücken war heute besonders entspannt, weil wir mal nicht paddeln, sondern den Tag hier am See anderweitig verbringen wollten. Also mal kein Zelt abbauen und einpacken.

Der Werbellinsee liegt in der südlichen Schorfheide, ein ganz waldreiches Gebiet. Es ist auch ein  Biosphärenreservat. Diese tolle Natur mit besonders vielen Eichen, aber auch anderen großen Laubbäumen,  erlebten wir am Vormittag bei einer  kleinen Wanderung zum Schloß Hubertusstock. Es ist eigentlich nur ein sehr großes Jagdhaus auf einem riesigen Grundstück mit einem prächtigen Garten, alles von einem hohen schmiedeeisernen Zaun umgeben. In den Zeiten des Deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik war es die offizielle Jagdresidenz des deutschen Staatsoberhauptes. In der DDR empfing Erich Honecker hier seine Staatsgäste, u.a. im Dezember 1981 den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. 

Von hier spazierten wir über die B198 zum See und erreichten eine scheinbar sehr beliebte Badestelle, denn es lagerten schon viele Sonnenhungrige auf den Rasenflächen. Es war ein vom Wasser ansteigender Hang mit zwei Ebenen, einem  schönen Blick über den See,  Platz für viele Menschen.

Im Hintergrund gab es ein italienisches Lokal, wo wir uns ein leckeres Mittagessen schmecken ließen.

Vom Lokal aus gingen wir hinunter zum See und fanden den Treidelpfad. Er führte uns an der Anlegestelle der Werbellinsee-Schifffahrt vorbei. Ein Blick auf den Fahrplan zeigte uns, daß  in wenigen Minuten  ein Schiff kommen sollte. So starteten wir also bald zur großen Seerundfahrt. Das Wetter war herrlich, wir saßen auf dem Oberdeck, freuten uns an der schönen Landschaft und dem Blick über den glitzernden See.  Vom Schiffsführer gab es Informationen zur Historie der Gegend, zu den Ortschaften am See, zu besonderen Bauwerken.

Der Werbellinsee ist fast 10 km lang, mit vielen Ausbuchtungen. Es war angenehm, sich  hier mal fahren zu lassen und nicht selbst zu paddeln.

Zurück am Vereinsgelände gingen wir erst mal im See schwimmen. Herrlich, dieses klare Wasser!

Diesen Urlaubs- und Faulenzertag haben wir sehr genossen!

Montag, 16. Juli

Um 9:00 paddelten wir beim SV Stahl Finow los und waren recht schnell an der 1. Schleuse (Eichhorst) im Werbellinkanal. Leider wurde die Schleuse, obwohl SB, erst zu um 10:00 freigegeben. Also hieß es noch etwas warten. Danach  wurden wir wieder von einem Motorboot gezogen. So kamen wir mit den motorisierten Booten gemeinsam an der 2. Schleuse (Rosenbeck) an.

Erst um 12:15 erreichten wir den Oder-Havel-Kanal, da hatten wir in 3 Stunden nur 7,5 km gepaddelt. Ja, das Schleusen braucht manchmal viel Zeit.

Nach 5 Kilometern auf dem Kanal kam die Abzweigung in den Langen Trödel und somit die Strecke, die wir schon in anderer Richtung gefahren sind. Das Schleusen in Zerpen ging schnell, nun hatten wir noch 10 Kilometer bis Liebenwalde vor uns. Die fielen nachher immer schwerer, die letzten Kilometer vor dem bekannten Ziel sind am anstrengendsten.

Gegen 16:00 erreichten wir wieder den Biwakplatz  bei der alten Marina.  Es war ein derart heißer Tag, wir waren froh, als endlich Schatten von großen Bäumen auf unser Zelt fiel. Duschen, Abendbrot essen. Es kam noch ein Paddler an, mit dem wir uns abends gut unterhielten. Er war vom RdE aus Hamburg-Blankenese.

Vom SV Stahl Finow am Werbellinsee bis zur alten Marina Liebenwalde = 22,5 km

2 Schleusen im Werbellinkanal

Schleuse Zerpen im Langen Trödel

Dienstag, 17. Juli

Kurz nach 9:00 paddelten wir los. Nach der Schleuse Liebenwalde waren wir bald auf dem OHK. Wir hatten Glück, es gab wenig Wind von vorne. Wir paddelten möglichst dicht am linken Ufer im Schatten hoher Bäume. Es war drückend heiß, ich rechnete mit Gewitter. Aber es blieb schön und sonnig. Vor  der große Schleuse Lehnitz warteten schon einige Motorboote. Bald  konnten wir alle gemeinsam einfahren.

Am Anfang des Lehnitzsees aßen wir im Boot treibend unser Picknickbrot. Obwohl wir jetzt  Rückenwind hatten, zogen sich die letzten 6 km bis zum WSC Möwe zäh dahin. 

Dort beim Verein fanden wir wieder die gleiche freundliche Aufnahme wie immer. Über die Slipanlage zogen wir die beiden Kajaks nach oben. Danach wurden sie zum letzten Mal entladen. Ein etwas wehmütiges Gefühl, wenn eine schöne Tour zu Ende ist!

Von Liebenwalde bis zum WSC Möwe in Oranienburg = 21 km

Schleuse Liebenwalde

Schleuse Lehnitz

Am nächsten Tag, dem 18. Juli, besuchten wir unsere Tochter in Berlin und am Donnerstag, dem 19. Juli, ging es nach Buxtehude zurück.

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